Als eine kleine Oppositionspartei kritisiert man meist und hat wenig oder keine Möglichkeiten, gestalterisch tätig zu werden. Im Europäischen Parlament ist die gestalterische Arbeit in den Ausschüssen leichter als im Bundestag, aber sie ist schwer nach Deutschland zu vermitteln. Leider kommt man deshalb häufig etwas negativ herüber. Die Leute sagen dann: „Sie meckern immer nur, sagen aber nicht wie es besser geht.“

Dieses Argument ist auch nicht ganz unberechtigt. Auch als Opposition sollte man nicht nur kritisieren, sondern Vorschläge machen. Bereits vor fast zwei Jahren habe ich meinen Vorschlag zur Reform der Europäischen Union veröffentlicht. Ich habe diesen inzwischen aktualisiert und auch einige Vorschläge aus der Partei aufgegriffen. Das Papier stellt ein Modell für ein dezentrales, bürgernahes, demokratischeres, innovativeres und flexibleres Europa da. Es wurde von der LKR (damals ALFA) mit großer Mehrheit angenommen und diente auch als wichtige Grundlage der Arbeit eines Reformausschusses der EKR unter der Leitung der britischen Konservativen und mir. Die EKR ist die einzige Fraktion im Europäischen Parlament, die sich klar zu einer kleineren und dezentraleren Europäischen Union bekennt.

Wer also wissen möchte, wie man die EU besser organisieren könne – viel Spaß bei der Lektüre!

Hamburg den 16.3.2018, Ulrike Trebesius